2012

Tagesfahrt auf der Ilmenau

Es ist gerade einmal drei Wochen her seit wir den Ruder-Schnupperkurs
besucht haben und schon haben wir die erste Wanderfahrt hinter uns.

Seit dem Schnupperkurs hat uns das Ruderfieber gepackt und wir wollen so
oft wie möglich aufs Wasser. Da wir uns noch an die Zeiten am Mittwoch und
Sonntag halten müssen, kam uns die Tagesfahrt am Samstag gerade recht.

Um 9:00 Uhr waren wir die ersten im Club und es war kein Auto zu sehen.
Leichte Panik machte sich breit, da wir dachten, Dirk hätte vielleicht den Ruderclub in Lüneburg gemeint.
Doch in diesem Moment kamen auch schon die Anderen eingetrudelt. Dirk hatte mit den RCB-Kids den
Anhänger inklusive Boote schon am Vortag vorbereitet und so konnten wir nach einem kurzen Kampf mit der
Anhängerkupplung starten.
Die Einsatzstelle war in Medingen, an der wir uns gegen eine Horde Kanufahrer
behaupten mussten.

 

Endlich im Boot (Tim in der „Discovery“ mit Dirk, Jörn, Johanna und Frauke und Marco mit Schulli und Uschi
als Steuerfrau in der „Berlin“) ging es dann auch gleich in die erste zugewachsene Kurve. Von da an kam
eine Gefahrenstelle nach der anderen und die Steuerleute waren eigentlich durchgehend am Befehle geben:
Steuer- oder Backbord lang, dann wieder ein Stück frei weg und fast in jeder Kurve überziehen, weil das
Steuer nicht ausreichte. In haarnadelähnlichen Kurven mussten wir in der Strömung ein Wendemanöver
starten um dort überhaupt rumzukommen. Das hat nicht immer geklappt und so stand man auch mal quer
in einem der Bäume die in den Fluss wuchern. Mit den Bäumen hatte man sowieso ständig zu kämpfen.
Uschi hat es einmal die Mütze von Kopf gerissen und Schulli hat mit vollem Körpereinsatz das Boot an
einem dicken Ast gebremst. Dabei kam er nicht ganz ungeschoren davon, aber die Schwere der Verletzung
lag im Auge des Betrachters ☺.

Ein Highlight war die Begegnung mit den Kanufahrern: Die Discovery rauschte mit voller Fahrt auf ein Kanu
zu, welches gerade den Fluss kreuzen wollte um anzulegen. Dirk als Steuermann hat sozusagen per
Kommando den Anker geworfen und es wäre eigentlich nichts passiert, wenn die Frau im Kanu nicht Panik
bekommen hätte und sich mit einem Hechtsprung an Land retten wollte. Dabei hat sie das Kanu mit
umgerissen und ihr Mann musste ihr zwangsläufig mit einem eleganten Bauchklatscher folgen. Leicht
erbost feuerte er sein Paddel in die Ecke und als wir mit der Berlin vorbeifuhren, konnte Uschi sich den
Spruch: „Es ist eben ein Wassersport“ nicht verkneifen, was die Laune des klatschnassen Kanufahrers
bestimmt nicht gesteigert hat.

Nach 15-16km haben wir eine Pause eingelegt und uns an Land mit unserem Proviant gestärkt. Der zweite
Abschnitt war nicht ganz so verwachsen, hatte aber viele enge Kurven, die auch nur mit gekonnten Manövern
zu meistern waren. Nach etwa 6 Stunden inklusive Pause sind wir beim Ruderclub in Lüneburg angekommen,
wofür unsere Hintern auch sehr dankbar waren, denn so eine Wanderfahrt ohne Kissen macht sich dann
schon bemerkbar.

Nach Verladen und Rückfahrt wurden die Boote wieder sauber und einsatzbereit gemacht. Nachdem auch das
geschafft war, ging es nach Hause, denn ein halbes Schwein auf Toast war zu diesem Zeitpunkt längst
überfällig.

Es war eine spaßige Tour und auf jeden Fall die Erfahrung wert. Ein großes Dankeschön auch nochmal an die
Steuerleute die uns heil durch das Wildwasser der Ilmenau geführt haben.

Die zwei Neuen Marco und Tim Schewe