2012

Sieg bei Dove-Elbe-Rallye

Die diesjährige Dove-Elbe-Rallye stand aufgrund des Brandes in unseren Vereinsräumen unter keinem guten Stern. An das gewohnte und notwendige Trainingspensum für die beschwerlichen 13km war nicht zu denken. Alle zwei Wochen gelang es uns die persönlichen Termine mit den Zeitplänen unserer sehr hilfbereiten Alsterrudervereine zu kombinieren, so dass 4-5 Trainingsfahren zustande kamen.

So waren unsere Neigungen nachvollziehbar, dieses Jahr vielleicht doch nicht zu starten um uns eine blamable Vorstellung zu ersparen. Doch eine Dove-Elbe-Rallye ohne unseren traditionellen Mixed-4er und selber nur als Zuschauer und Mitesser am Kuchenbuffet - kommt nicht in Frage!

OK, woher jetzt ein Boot mit Skulls bekommen? Unsere Boote waren verliehen und die Skulls verbrannt. Hier haben uns Inges Kontakte zu den Flensburger Frauen gute Dienste erwiesen.

OK, woher bekommen wir jetzt einen Steuermann? Wir brachen einen Steuermann, der uns unseren desolaten Trainingszustand aus den Muskeln brüllt. Auch hier hatten wir ein Riesenglück, dass Vanessa gerade einen Hamburgbesuch absolvierte.

Der Tag kam und unser Boot wurde pünktlich gestartet. Jetzt sollte hoffentlich etwas weniger als eine Stunde Qualen auf uns zukommen. Zuerst Gegenwind. OK, das geht, wir sind ja noch frisch. Doch dieser schwere Kahn mit den harten Blättern, die an den Armen ziehen. Vanessa brüllt und vor dem inneren Auge sehen wir das eine Minute vor uns gestartete Boot mit abnehmenden Vorsprung. Dann das Wunder auf Höhe der Sprintstrecke - wir überholen das erste Boot....und gleich das Nächste. Wahnsinn! Nicht nachlassen, aber das geht eh nicht, Inge legt einen flotten Schlag vor und immer die mahnenden Worte der Steuerfrau "unterstützt eure Schlagfrau!". Die Mühlenbrücke kommt, dann das Nadelöhr und das nächste Boot kommen in Sicht. Gerade noch vor der Wende überholen wir die nächsten zwei Boote "jetzt 10 Dicke... und LOS!". Die Wende, die Höchststrafe für eine geschundene Mannschaft. Das Boot einseitig aus voller Fahrt abstoppen und wieder anschieben. Die Hälfte der Strecke haben wir im Sack und den zweiten Teil hoffentlich mit Rückenwind. Das letzte vor uns gestartete 4er Mixedboot wollen wir auch noch einholen - hoffentlich. Die Sprintstrecke auf dem Rückweg nahte. 500m Sprint nach einer Hinfahrt zur Wende mit Gegenwind - "... 3 zum Anschieben...und LOS!". Jetzt kam die Rache für unseren Trainingszustand. Aber noch viel schlimmer war die geringe Anzahl an Trainingsfahrten, denn das Boot wollte einfach nicht laufen - wir waren noch kein eingespieltes Team. Ende der Sprintstrecke - endlich! Jetzt nur nicht auf die geschundenen Hände konzentrieren...das Feuchte im Griff wird wohl kein Wasser sein. Mein Gedanke war jetzt nur noch sauber durchzuziehen und durchzuhalten. Das Ziel kommt in Sicht, die letzte Kurve, die Regattabrücke, der Zielturm..."DING", geschafft. Ab jetzt war jeder Zug mit Schmerzen verbunden. Ein Blick auf die eigenen Hände "oh Gott, sind das viele Blasen"...ein Blick in die Hände der Anderen "oh Gott, oh Gott, Blutblasen". Anlegen am Steg ging noch gerade so, aber das Tragen des Bootes war ohne Hilfe nicht mehr drin - Flasche leer!

"...Siegerehrung Rennen 17...gewonnen hat Bergedorf mit 58 Minuten....." - unglaublich, sensationell, wir haben das Rennen gewonnen. Ein starkes Team!

Netter Bericht der Fari.

 Ergebnis